Wirkung und Prinzipien

Wirkung von TRAGER

Körperliche Reaktionsmuster entstehen durch Umwelteinflüsse und Erfahrungen. Diese können positiver oder negativer Natur sein. Oft behält ein Mensch aus dem Bedürfnis nach Sicherheit heraus Reaktionsmuster bei, die zur Aufrechterhaltung der Körperbalance oder gar zum Überleben notwendig waren. Eine Schonhaltung hat auch Folgen auf körperlicher und geistig-emotionaler Ebene. Emotionen wie Angst, Wut oder Trauer produzieren ihrerseits charakteristische Reaktionsmuster mit körperlichen Entsprechungen. Solche muskulären Spannungsmuster können von Unbehagen über Schmerz, den Verlust von Elastizität und Balance bis hin zu Fehlfunktionen des Muskelapparates und der Organsysteme führen.

Die Bemühung, Spannungsmuster durch grosse Anstrengung zu verändern, schafft häufig weitere Probleme. Erst wer etwas Anderes gefühlt hat, kann eine neue und hilfreichere Art der Bewegung entdecken. Dann besteht auch die Möglichkeit, zu diesem besseren Gefühl zurückzukehren (Recall). Durch sanfte Berührung und Bewegung können Verbindungen zwischen Gefühlszuständen und Körperfunktionen geknüpft werden.

Die Trager Therapie ist keine Technik. Die Basis ist in fragender Haltung gefühlte Bewegung und neue Erfahrung für die Klientin. Je bewusster das Gefühlte integriert werden kann, desto eher können sich neue und natürlichere Bewegungsmuster entwickeln.

TRAGER Prinzipien

Dr. Trager bezeichnete seine Methode als „Approach“, d.h. als eine sich immer weiter entwickelnde Annäherung an die Essenz der Methode. Folgende Prinzipien sind die Basis jeder Behandlung:

Gewicht fühlen

Gewicht fühlen ist eine Wahrnehmung. Das Erfahren dieser Wahrnehmung erlaubt, alte Muster von Anspannung und Anstrengung in ein weicheres und leichteres Gefühl zu transformieren. Die Neugierde, diese Empfindung erforschen zu wollen, macht den Einstieg in diesen Prozess ganz einfach.

Wellenbewegung 

Während einer Trager Behandlung gibt es eine Vielzahl von Impulsen. Jeder davon setzt eine Welle in Bewegung oder antwortet der Welle, die vorher in Bewegung gesetzt worden ist. Die Wellenbewegung setzt sich über den ganzen Körper fort und löst damit ein Erlebnis der Ganzheit aus. Es entsteht ein neues Empfinden der Balance, der Ausgeglichenheit.

Qualität der Berührung

Die Hände der Trager Therapeut*in sind weich und fragend. So entsteht ein Dialog, in dem Informationen über das Gewebe des Klienten aufgenommen wird. Die Therapeutin setzt bei vielen Bewegungen ihr eigenes Körpergewicht ein. Das ermöglicht ihr ein müheloses Behandeln ohne Anstrengung und wird wie ein Tanz.

Fragen stellen und lauschen

Während der Behandlung stellt die Therapeut*in sich selber Fragen wie „was wäre leichter, was wäre freier“ und lauscht den Antworten des Körpers der Klientin/des Klienten. Auch lauscht sie immer in ihren eigenen Körper hinein und stellt sich dieselben Fragen. Die fragenden Berührungen sprechen das autonome Nervensystem sehr direkt an.

Hook up – tiefe Präsenz

“Hook up“ ist eine Wortschöpfung, mit der Milton Trager einen Zustand von Präsenz beschreibt. Er wollte damit ausdrücken, dass wir verbunden sind mit allem, was uns umgibt. Dieser Zustand der ruhigen Präsenz ist der Kern einer Trager-Behandlung.

Recall – wieder hervorrufen

Unser Körper ist fähig, sich zu erinnern und dadurch eine erlebte Erfahrung wieder ins Bewusstsein zurück zu holen. Dadurch wird ein grossartiges chemisches, neurologisches und muskuläres Zusammenspiel aktiviert, und der Körper reproduziert Muskeltonus, Bewegung, Gefühl, Temperatur und Druck der erinnerten Situation. Die Trager Therapie unterstützt dabei, positive Erfahrungen wieder hervorzurufen. Wir können diesen Zustand wann immer wir wollen wieder fühlen und in den Alltag integrieren. Es ist erwiesen, dass z.B. eine Tänzerin, die sich eine Bewegung vorher bewusst vorstellt, höher oder weiter springen kann. Mit unserer Vorstellungskraft können wir sowohl die Erinnerung an angenehme Bewegungen vertiefen, als auch Bewegungsabläufe für die Zukunft beeinflussen.

Reflex Response 

Reflex Response ist der Teil der Trager Therapie, der im Allgemeinen mehr stimulierend als beruhigend wirkt. Es erfordert oft aktive Beteiligung des Klienten, jedoch nicht immer. Reflex Response wird nicht notwendigerweise in jeder Sitzung oder bei jeder Klientin angewendet. Es kann in eine Sitzung integriert werden, um die Wahrnehmung eines speziellen Bereichs zu unterstützen, um ein Gefühl zu betonen, um zu helfen oder einen Bereich auszugleichen. Dies gilt speziell im Bereich von Gelenken, die aufgrund von Haltungsmustern oder gewohnheitsmässigen Bewegungsmustern überstrapaziert wurden oder sogar bei Lähmungen.

Veröffentlicht von Gabriela und Bill Scholl

Trager Praktiker und Instruktoren